Mark Z. Danielewski - House of Leaves

Abenteuer, Gegenwartsliteratur, Horror/Mystery, Krimi, Roman 2 Comments

Ein Buch das wirklich anders ist. Wenn man ein Buch aufschlägt sieht es aus wie ein Buch: Buchstabe an Buchstabe, Zeile an Zeile, alles in einer festen Form in immer der gleichen Schriftart und Farbe. Nicht so beim House of Leaves. Schon beim ersten aufschlagen spürt man, dass dieses Buch anders ist. Beim Lesen stößt man nicht nur auf verschiedene Schriftarten, Farben, Fußnoten und Querverweise sondern auch auf dem Kopf stehende Seiten, Querstehende Schrift, Seiten die nur ein Wort oder Satz enthalten, mit dem Text gemalte Bilder, dreidimensionale(!!!) Textgestaltung. Das allein macht vermittelt beim Lesen das Gefühl, dass dieses Buch etwas ganz besonderes ist und jedes Umschlagen der Seite lässt das Herz ein wenig höher Schlagen.
Aber nicht nur der Form, sondern auch der Inhalt weiß zu überzeugen. Ich versuche mich mal an einer kurzen Zusammenfassung. Johnny durchstöbert die ziemlich verwahrloste Wohnung des kürzlich verstorbenen Zampano. Dabei stößt er auf eine große Zettelsammlung die das Manuskript für eine wissenschaftliche Abhandlung über den Film The Navidson Record ist. Lustige Details am Rande Zampano war Blind und es stellt sich heraus, dass niemand etwas The Navidson Record gehört hat. Das Buch besteht hauptsächlich aus der Abhandlung über den Film, immer wieder unterbrochen durch Episoden aus Johnnys ziemlich chaotisch psychotischem Leben. The Navidson Record würde man aus heutiger Sicht wohl der Gattung Reality zuordnen. Der Fotograph Will Navidson zieht zusammen mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in ein Haus in Virginia. Dabei hat er überall Kameras installiert um das Leben der Familie zu filmen. Eigentlich nichts besonderes, bis Navidson eines Tages beim vermessen des Hauses feststellt, dass es Innen höher ist als Außen. Selbst nach unter Hinzuziehung von Experten und modernster Messtechnik lässt sich dieses Rätsel nicht lösen. Noch mysteriöser wird das Alles als plötzlich ein neuer Flur im Haus auftaucht. In diesem gibt es eine Tür die in ein großes, von Dunkelheit und Kälte gefülltes Labyrinth großer Räume führt. Diese physikalische Unmöglichkeit muss natürlich erforscht werden …
Wer wissen will wie es ausgeht muss wohl oder übel, das gesamte Buch lesen. Es lohnt sich, auch wenn es verdammt viel Text ist hat man am Ende doch ein Buch gelesen, welches in seiner Machart einzigartig ist.

Mond über Manhattan - Paul Auster

Abenteuer, Biographie, Unterhaltungsliteratur 5 Comments

Mond über Manhattan.Thomas hatte es zur Rezension vorgeschlagen und ich bin beeindruckt. Irgendwie. Eine literarische Biografie, eine bessere Bezeichung fällt mir nicht ein.

Es geht um Marco Stanley Fogg, dessen Vater tot und Mutter bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Mit 11 Jahren blieb ihm so nur noch sein Onkel Victor, ein Musiker in Chicago. Victor sorgt für ihn, so gut er dazu in der Lage ist und schickt Marco auf’s College, nach New York. Als Victor stirbt bricht für Fogg eine Welt zusammen und er ergibt seinem Schicksal. Oder besser dem, was er für Schicksal hält.

Er wirft sein Leben in den Wind um es treiben zu sehen… und geht dabei fast zu Grunde. Der Satz “Alles was ich mit meinem Leben wollte, war es irgendwo zu verlieren!” kommt mir ungebeten in den Sinn. Aber er beschreibt Marcos Situation recht gut. Sein Stolz zwingt ihn alles hin zu nehmen ohne um Hilfe zu bitten. Sein Glück, das es Menschen gibt, die trotzdem helfen.
Marco Fogg erzählt sein eigenes Leben, das des Thomas Effing, eines alten Mannes, der Zeit seines Lebens immer sein eigenes Spiel spielte und dessen Sohnes Salomon Barber.

Mir persönlcih hat das Buch sehr gefallen, habe ich doch in M.S. Fogg und Thomas Effing mir sehr vertraute Charakterzüge und Ansichten entdeckt. Der Roman ist gut bis sehr gut geschrieben und liest sich flüssig, der Inhalt ist ernsthaft und philosophisch geprägt. Die Auseinandersetzung eines jungen Mannes mit seinem Schicksal, was passiert, wenn man sich dem Schicksal, dem Leben ergibt und so handelt, wie man es für richtg hält.

Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss, auch wenn er es niemand Anderem mit Worten erklären kann. Er weiß einfach oder glaubt zumindest fest daran, dass es für ihn notwendig, wichtig und richtig ist.

Wie gesagt, ich bin von dem Buch sehr positiv beeindruckt und würde es mir wieder kaufen.

John Halliday - Gewitterfische

Abenteuer, Fantasy No Comments


Lost
Westlake ist eine kleine Stadt, die kurz vorm finanziellen Ruin steht. Als in einer schwülen Gewitternacht ein riesiges Unwetter über Westlake hereinbricht, werden an unterschiedlichen Orten Josh Jolly und Rainy Day geboren. Während Josh auf einer Kirmes, im Zelt seiner Tante der Wahrsagerin geboren wird, kommt Rainy in einem alten Schulbus zur Welt. Kurz vor Josh Geburt, prophezeite Julie seinen Eltern: “Madame Julie weissagt euch beiden, daß ihr bald ein Baby bekommen werdet.…ich bin sicher, es wird ein Mädchen…wenn es kein Junge wird. Aber dieses Kind wird Westlake irgendwann retten“. 11 Jahre später treffen sich Josh und Rainy zum ersten mal, da sie gemeinsam die 5. Klasse der Westlake Mittelschule besuchen. Ungewollt werden Josh und Rainy, dass Leben der Stadt Westlake für immer verändern. Wird sich die Prophezeiung erfüllen ?

Meine Meinung: Ich habe mir Gewitterfische von meinem Cousin ausgeliehen, der schon lange von diesem Buch schwärmte. Vorweg muss man direkt sagen, dass es sich um ein Buch für junge Leser handelt oder für die Leute, die innerlich jung geblieben sind. Deshalb schreckte ich nicht vor dem Buch zurück. Die Geschichte ist wirklich sehr schön, hat aber kleine Macken. Leider kam es mir nach 188 Seiten so vor, als wüßte John Halliday nicht wohin er wollte. Unzählige Nebencharaktere werden im Detail beleuchtet, die eigentlich nicht so wichtig für den Verlauf der Geschichte sind. Sicherlich ist es immer interessant wenn Charaktere ausführlich beleuchtet werden, bei Gewitterfische ist es jedoch oftmal zuviel des guten. Gewitterfische ist ein Buch, dass man jungen Lesern in die Hand drücken kann. Die Hauptcharaktere sind liebevoll erstellt und brachten mich sehr oft zum schmunzeln. Gerade der Humor kommt selten zukurz. Gewitterfische bietet eine schöne und interessante Geschichte und fantastische Dialoge, welche die Schwächen (wie z.B. das Ende) verblassen lassen.

Fazit:Genau das richtige Buch für alle Personen, die ein schnelles Werk für zwischendurch suchen.

Intruder (Wolfgang Hohlbein)

Abenteuer, Fantasy No Comments

Es sollte die Erfüllung eines Jugendtraums werden und endete in einem Alptraum. So oder so ähnlich könnte man die Story in einem Satz beschreiben ;) Da das aber etwas zu allgemein wäre, kläre ich euch mal besser auf :)

Mike, Stefan und Frank sind begeisterde Motorradfahrer und begeben sich auf eine Expedition nach Amerika. Schon am Anfang läuft einiges schief und nach einer unangenehmen Aktion im Hotel, häufen sich die Zufälle. Immer wieder stossen die drei Freunde auf eine Indianerfamilie mit einem etwas zurückgebliebenen Sohn und der Wahnsinn nimmt seinen Lauf. Gedanken werden erst zu bewegten Bildern und anschliessend zur Realität - und die ist milde gesagt nicht angenehm und bringt die drei oft genug in lebensbedrohliche Situationen. Soviel sei verraten: Dieses Buch hat kein Happy End und lässt sich selber weiterspinnen =)
Das Buch gibt es in 2 Ausgaben einmal die alte Version die in 6 einzelne Bücher mit jeweils ~130 Seiten daherkommt oder als ein Buch. Wobei ich zweiteres nicht gelesen habe, mir aber denke das dort viele Sachen weggelassen wurden, da die nur ~700 Seiten hat.

Dieses Buch ist für jeden Horrorfan ein absolutes muss, denn es wird nicht an Beschreibungen gespart - kurz gesagt: Blut, Halluzinationen (oder doch nicht?), Tod, Verderben und ein klitzekleines bisschen Geschichte. Alles in allem eine geniale Mischung und deshalb kann ich dieses Buch (bzw. diese Bücher) uneingeschränkt weiterempfehlen.

Einziger Nachteil: Man kann es einfach nicht aus der Hand legen ;) Hoffe ich hab euch neugierig gemacht und wünsche euch viel Spass beim schmökern :)

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