John Irving - A Prayer for Owen Meany (Owen Meany)

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So mein fünftes Buch von John Irving ist hiermit ausgelesen. Und um ehrlich zu sein bin ich doch etwas enttäuscht. Nicht vom Buch als solches, ist es doch so spannend geschrieben, dass es schwer fällt es beiseite zu legen. Auch die sehr ausführliche Schilderung einer kompletten gut ausgedachten Lebensgeschichte ist wieder sehr bildlich und tadellos. Was mich an dem Buch gestört hat ist, dass man in dem Buch immer wieder die typischen Muster seiner anderen Werke wieder findet, was den Lesespaß doch sehr einschränkt. Auch nicht so prall fand ich die Thematik die viel die Amerikanische Kriegspolitik und das Verhältnis zum Glauben behandelte, weil mir zu Beiden der Bezug fehlte. Trotzdem ist es so schön erzählt, dass man es sich durchaus mal durchlesen kann.

Leseratten aufgepasst: Caligo Nr. 2 ist da!

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Carsten ist ein aufstrebender Hallenser Hobby- Verleger, der jungen Autoren eine Plattform bieten will. Aus diesem Grund verlegt er seit Anfang des Jahres vierteljährlich seine Zeitschrift “Caligo” für Kunst und Literatur mit den Schwerpunkten Krimi, Horror, Sci-Fi und Satire.

Seine Motive beschreibt Carsten so:

“Die Literatur ist im deutsch-sprachigen Raum zur Hure der Politik verkommen, Stichwort “Feuilleton-Literatur”. Biographien zu schreiben, oder Erlebnisse aus dem eigenen Leben vor entsprechenden gesellschaftspolitischem Hintergrund ist keine Kunst.
Jemand hat mal gesagt, wem das Wissen für ein Fachbuch fehlt und die Phantasie für einen Roman, der schreibt ein Sachbuch. Und wer ein Promi ist findet noch im Suff einen Verlag. Da reicht es oft schon Nachrichten-Sprecher zu sein.
Dazu kommt die maßlose Arroganz der Literaturkitiker, Feuilletonisten, Germanisten, Literaturwissenschaftler etc., die gern den Begriff “Trivialliteratur” verwenden.
Die Literaturwelt wäre ohne E.A.Poe, Jack London, Jules Vernes, A.C.Doyle, A. Christie, Tolkien, Rowling, S.King, Karl May usw…ziemlich trostlos.”

Carsten war so freundlich mir ein Heft zuzuschicken und ich verweise nicht ohne Stolz auf Teile des Interviews, welches ich mit André Linke geführt habe und das Carsten in seiner 2. Caligo- Ausgabe teilweise übernommen hat.

Das Heft ist in sich rund und übersichtlich gestaltet. Neben dem Interview finden sich Rezensionen und nette Kurzgeschichten, thematisch in Nr. 2 nach Krimi, Horror und Satire geordnet. Außerdem gibt es Kulturtipps und last, not least eine Sprecher- Ecke, in der Leser eine kleine eigene, satirische Kolumne schreiben können.

Die Hefte werden im Einzeldruck erstellt, “Print-on-demand” und ich kann dem mir vorliegenden Heft nur allerbeste optische, wie auch drucktechnische Qualität bescheinigen. Druck und Layout werden selbstgemacht, 4 freie Mitarbeiter unterstützen Carsten bei seiner Arbeit.

Caligo erscheint unter ISSN: 1864-1466 und ist ausschließlich im Online- Verkauf zu erwerben. Bestellungen bitte über bestellung.caligo[at]arcor[dot]de zum Preis von 2,50 € (plus 2 € Versand innerhalb der EU)

Sergej Lukianenko - Wächter der Nacht

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Der Film gilt als der beste russische Film aller Zeiten. Und nachdem ich das Buch gelesen habe kann ich das voll und ganz verstehen. Ich mach mir eigentlich nichts aus Buchverfilmungen aber diesen Film werde ich mir anschauen.

In dem Buch geht es um zwei Organisationen - Die Wächter des Tages und die Wächter der Nacht, die Bösen und die Guten. Beide Parteien haben einen Vertrag geschlossen das immer wenn die eine Seite etwas böses/gutes tut - die andere Seite eine gleichwertige Tat frei hat, so das alles im Gleichgewicht bleibt. Doch dieses Gleichgewicht gerät nach und nach ausser Kontrolle und das Ende der Welt steht bevor.

Wenn Ihr auf Fantasy/Vampirgeschichten steht kann ich euch dieses Buch nur ans Herz legen - ich zumindest werde die anderen beiden Bücher der Trilogie auch kaufen, soviel steht fest!

Wolfgang Koeppen - Das Treibhaus

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Gezeigt wird ein Politiker, der am nach einiger Zeit als Mitglied des ersten Bundestages vom politischem Alltagsgeschehen ziemlich zermürbt ist. Sein einstiger Idealismus wurde im politischen Alltagsgeschäft vollkommen zermürbt.
Zeitgeschichtlich ist das Buch sicher interessant, aber eine Lesefreude kam bei mir nicht auf. Der Schreibstil ist sehr schwer zu lesen, immer wieder gibt es Abschweifungen und Sprünge, sodass ich keinen Zugang zu Buch fand. Einzig kurz vor Schluss als der Politiker selber feststellte, dass das politische System für ihn nicht funktionierte. Aber insgesamt war das Buch für mich ein ziemlicher Totalausfall.

Mark Z. Danielewski - House of Leaves

Abenteuer, Gegenwartsliteratur, Horror/Mystery, Krimi, Roman 2 Comments

Ein Buch das wirklich anders ist. Wenn man ein Buch aufschlägt sieht es aus wie ein Buch: Buchstabe an Buchstabe, Zeile an Zeile, alles in einer festen Form in immer der gleichen Schriftart und Farbe. Nicht so beim House of Leaves. Schon beim ersten aufschlagen spürt man, dass dieses Buch anders ist. Beim Lesen stößt man nicht nur auf verschiedene Schriftarten, Farben, Fußnoten und Querverweise sondern auch auf dem Kopf stehende Seiten, Querstehende Schrift, Seiten die nur ein Wort oder Satz enthalten, mit dem Text gemalte Bilder, dreidimensionale(!!!) Textgestaltung. Das allein macht vermittelt beim Lesen das Gefühl, dass dieses Buch etwas ganz besonderes ist und jedes Umschlagen der Seite lässt das Herz ein wenig höher Schlagen.
Aber nicht nur der Form, sondern auch der Inhalt weiß zu überzeugen. Ich versuche mich mal an einer kurzen Zusammenfassung. Johnny durchstöbert die ziemlich verwahrloste Wohnung des kürzlich verstorbenen Zampano. Dabei stößt er auf eine große Zettelsammlung die das Manuskript für eine wissenschaftliche Abhandlung über den Film The Navidson Record ist. Lustige Details am Rande Zampano war Blind und es stellt sich heraus, dass niemand etwas The Navidson Record gehört hat. Das Buch besteht hauptsächlich aus der Abhandlung über den Film, immer wieder unterbrochen durch Episoden aus Johnnys ziemlich chaotisch psychotischem Leben. The Navidson Record würde man aus heutiger Sicht wohl der Gattung Reality zuordnen. Der Fotograph Will Navidson zieht zusammen mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in ein Haus in Virginia. Dabei hat er überall Kameras installiert um das Leben der Familie zu filmen. Eigentlich nichts besonderes, bis Navidson eines Tages beim vermessen des Hauses feststellt, dass es Innen höher ist als Außen. Selbst nach unter Hinzuziehung von Experten und modernster Messtechnik lässt sich dieses Rätsel nicht lösen. Noch mysteriöser wird das Alles als plötzlich ein neuer Flur im Haus auftaucht. In diesem gibt es eine Tür die in ein großes, von Dunkelheit und Kälte gefülltes Labyrinth großer Räume führt. Diese physikalische Unmöglichkeit muss natürlich erforscht werden …
Wer wissen will wie es ausgeht muss wohl oder übel, das gesamte Buch lesen. Es lohnt sich, auch wenn es verdammt viel Text ist hat man am Ende doch ein Buch gelesen, welches in seiner Machart einzigartig ist.

Bianca Stücker: Schaulaufen für Anfänger - Eine prinzipielle Liebesgeschichte für uncoole Leser

Gegenwartsliteratur, Roman 1 Comment

Oute ich mich jetzt als uncool? Naja, bei dem Buch mache ich es gerne, denn es weiß zu gefallen. Denn das Buch ist mal wirklich mal anders. Es geht um Nancy, zieht auf anraten ihres Freundes, der für ein Jahr ins Ausland zieht, von der gemeinsamen Wohnung in eine WG mit zwei Freunden. Sie selber bewundert die anderen Menschen in der WG für ihre coole Art, hält sich für uncool, strebt selber danach so wie die coolen Leute zu sein und ärgert sich gleichzeitig über deren Oberflächlichkeit.
Ich weiß zwar nicht, ob man die Autorin mit 30 Jahren noch als Jung bezeichnen kann, aber ihr erfrischenden Schreibstil kann man definitiv der Literatur zuordnen. Erlebt immer kurze Szenen, bei denen man das Gefühl hat immer jeden Gedanken von Nancy mitzudenken. Fast jeder Satz ist eine Abschweifung und Beobachtungen von kleinsten Details sind häufig anzutreffen. Dadurch liest sich das Buch zwar ein wenig holpriger als der Übliche, aber es gewinnt dadurch unheimlich an Intensität und sprüht geradezu vor Leben. Ich wirklich jedem ans Herz legen, der mal Lust auf ein Buch mit einem erfrischenden, unverwechselbaren Stil hat.

Mitch Albom - The Five People You Meet in Heaven / Die fünf Menschen, die dir im Himmel begegnen

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Ausgerechnet an seinem 83. Geburtstag stirbt Eddie und kommt in dem Himmel. Dort, so erfährt man, trifft jeder Mensch nach seinem Ableben auf fünf Menschen die sein Leben beeinflusst haben. Diese sollen dem Verstorbenen helfen das Leben und seinen Sinn zu verstehen. In Eddies Fall ist das eine schwere Aufgabe, denn er sieht sein Leben als vergeudet an hat er doch nichts Großes erreicht. Erst durch die Unterhaltung mit den fünf Menschen wird ihm klar wie erfüllt sein Leben war ohne es zu merken.
Mal wieder eine Geschichte fürs Herz. Auch wenn man nicht an das Konzept des Himmels, Lebens nach dem Tod oder Yin und Yang nicht glaubt kann man sich gut in dieses Buch hineinfallen lassen. Wird doch auf recht rührende Lebensgeschichte erzählt und bei jeder Wendung ein Sinn darin gezeigt.
Auch wenn es immer wieder mal kurze Schwachstellen gibt und ich auch inhaltlich nicht immer d’accord gehe ist es doch ein schönes Stück emotionaler Literatur die man gerne und schnell wegliest.

Laura Reese - Brennende Fesseln

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Sex Sells. Zumindest in diesem Fall konnte ich mich dem Lockruf der Bild Erotik-Bibliothek nicht widerstehen.
Die Handlung ist schnell erzählt. Noras jüngere Schwester wurde gefesselt und ermordet aufgefunden. Doch die Polizei kann den Täter nicht überführen und so beschließt Nora den Täter auf eigene Faust zu überführen. Sie ist fest überzeugt, dass M, der mit ihrer Schwester harten SM praktizierte, der Mörder ist. Es entwickelt sich ein Spiel zwischen den Beiden. Sie muss mit ihm seine SM-Spielchen spielen und im Gegenzug erzählt er Nora etwas über ihre Schwester. Anfangs sträubt sie sich, aber später vertraut sie ihm immer mehr und beginnt zu zweifeln ob M wirklich der Mörder ist.
Das Buch ist aus meiner Sicht nichts Halbes und nicht Ganzes. Die Krimihandlung existiert nur zu Anfang und am Ende, ist nicht wirklich originell und die Wendungen sind durch zu offensichtlich gestreute Hinweise zu vorhersehbar. Auch so wahnsinnig erotisch fand ich es nicht. Zwar war anfangs ein gewisser Reiz dar, der verlor sich dann aber vollends in der Schilderung immer extremerer Spielweisen. Bleibt noch eine große Priese eingestreute Selbstfindung, welche auf mich einfach nicht realitätsnah oder sonst irgendwie fesselnd wirkte.
Ihr lest schon, dass ich von dem Buch nicht allzu begeistert war. Sicherlich ist die Handlungskonstellation sehr interessant, aber an der Umsetzung hat es gehapert. Gerade im Mittelteil bestand das Buch fast nur aus der Wiederholung eines Musters, was beim Lesen doch sehr ermüdend war.